Negative SEO - dank Disavow binnen zwei Wochen wieder da

Veröffentlicht am 05.02.2014, Beitrag von

 

Ich habe ja schon einiges in all meinen SEO Jahren erlebt, aber dass bei einer winzig kleinen Nische einem jetzt auch schon durch negative Seo Schaden zugefügt wird, war mir bis dato neu.

Negative Seo - was ist das und was war passiert?

Ich habe vor wenigen Wochen eine schicke Nische ausfindig machen können. Durch den Verkauf einer Seite aus diesem Bereich und der Offenlegung der Einnahmen durch den Verkäufer war mir klar: Wow hier Versuch ich auch mal etwas. Da noch alle Endungen, bis auf die .de, frei waren, habe ich mir eine geschnappt und binnen weniger Tage eine Seite aufgebaut. Anschließend habe ich eine kleine Grundverlinkung durchgeführt. Durch die sehr geringe Konkurrenz konnte ich innerhalb von nur 3 Tagen ein Top 20 Ranking für das Domain-Keyword erzielen. Das ging gut los.
Ich stockte noch ein wenig den Content auf, und sorgte dafür, dass ich wirklich absoluten Mehrwert biete. Dadurch würde ich weniger Links brauchen.

Nach einigen Tagen sah ich, wie weitere Seos die Serps belagerten. Die .net Varianten (mit und ohne Bindestrich) waren weg, sogar eine .eu musste dran glauben... Bei einem Projekt eines Mitbewerbers fragte ich mich schon, ob er es wirklich ernst meint. Der hat innerhalb von wenigen Tagen dermaßen viele Links aufgebaut (mehrere 100 - ich hingegen nur 5) und zog an mir vorbei. Fragt sich halt nur, wie lang.
Doch dann beobachtete ich etwas an meiner Seite. Da hat mir doch tatsächlich ein Konkurrent mein Linkprofil versaut. Negative Seo vom feinsten!

Negative Seo:
Ziel von solchen Negative Seo Attacken ist es, durch setzen von extrem schlechten und spammigen Links auf Konkurrenzseiten dafür zu sorgen, dass diese Seite abgestraft wird und somit keine Konkurrenz mehr darstellt. Solche Links kann man mit Hilfe von diversen Tools binnen wenigen Minuten aufbauen.

Mein Backlinkprofil, welches vorher lediglich aus 5 Backlinks unterschiedlicher Domains bestand, sah nun so aus:
negativeseo-backlinkprofil

Es waren ausschließlich ausländische Links, aus China, Russland, usw.

Was tun bei Negative SEO?

Zu allererst musste ich mir in den sozialen Netzwerken ein wenig Luft verschaffen.
negativeseo-facebook

Hier gab es einige hilfreiche Kommentare. So wurde mir vonn Benjamin vorgeschlagen, das Disavow Tool von Google zu nutzen, um die Links loszuwerden. Bislang habe ich so etwas noch nie gebraucht. Ebenso bin ich eher skeptisch gegenüber dem Tool, wenn es darum geht, eine selbst verhunzte Seite wieder zu bereinigen. Doch im Hinblick auf Negative Seo wollte ich das Tool dann auch mal testen. Dafür müsste es doch eigentlich sinnvoll sein, dachte ich mir.

Also schaute ich mir Googles Hilfeseite zum Thema "Links für ungültig erklären" an. Ich sollte eine einfache Textdatei anlegen, einen Kommentar schreiben, worum es geht, und anschließend sämtliche URLs (oder Domains), die ich entwertet haben möchte, zeilenweise aufführen. Inhaltlich sah das File so aus:

#alle Links wurden anscheinend von Konkurrenten aufgebaut (Negative SEO)
domain:gta-gta.ru
domain:ginnomichi.jp
domain:intertechpro.com
domain:freecosmeticshelp.com
[...]

Diese Textdatei habe ich anschließend hochgeladen. Von da an konnte ich nichts mehr machen und musste abwarten. Das ganze war am 17. Januar am späten Abend.

Raus aus dem Loch - negative Seo wie weggeblasen!

Ich habe die Seite seitdem nicht mehr angerührt, aber natürlich jeden Tag meine Rankings geprüft. Und eines Tages, um genau zu sein am 28.01. waren die alten Rankings wieder da. Noch besser: am 03.02. schoss das Hauptkey in die Top 10. Ebenso zog ein richtig gutes Key mit hohem Suchvolumen von 0 in die Top 20. Die negativen Links scheinen also entwertet. Außerdem glaube ich, dass die verlorene Zeit durch Google "nachsimuliert" wurde, so dass ich jetzt bereits mit vielen Keys in den Top 10 vertreten bin. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals das Disavow Tool von Google nutzen würde, aber in dieser Angelegenheit bin ich doch sehr froh, dass es dieses Tool gibt. Das schöne ist auch die schnelle Bearbeitung seitens Google. Das ging doch wirklich flott.

Fazit

Negative SEO taucht immer häufiger auf, weil Konkurrenten mit sehr wenig Ressourcen einen hohen Schaden anrichten können. Diese Zeit haben sie bis vor kurzem wahrscheinlich noch in schlechten eigenen Linkaufbau investiert und nun gemerkt, dass dies nicht mehr funktioniert. Und da der Mensch immer die Grenzen austestet und oft darüber hinaus geht, wird uns Negative Seo wahrscheinlich noch einige Zeit begleiten. Ich kann also jedem nur raten, sein Linkprofil im Auge zu behalten und schnell zu reagieren. Je frischer die Daten, umso schneller dürfte auch Google reagieren.


Kommentare

  1. Danosch

    6. Februar 2014 at 10:40

    Musste bei dem Bild oben herzhaft lachen. ?

    Das mit dem Negative-SEO ist echt eine nervige Angelegenheit, aber gut zu wissen, dass in dem Fall dank Disavow Abhilfe schafft.

    Dass dich ein vermeintlicher Konkurrenz versucht hat mit üblen Links aus den Rankings zu kicken, solltest Du als Anerkennung für deine Arbeit betrachten.

    Scheinbar hast Du alles richtig bzw. so gut gemacht, dass Dich jemand als ernsthafte Bedrohung wahrgenommen hat.

  1. Philipp

    6. Februar 2014 at 10:59

    Danke für den sehr interessanten und aufschlussreichen Artikel.

    Bisher hatte ich noch keine Probleme mit Negativ-SEO, aber jetzt weiß ich zumindest, was man in einem solchen Fall unternehmen kann.

  1. Daniel

    6. Februar 2014 at 13:33

    Danke für den Artikel! Das disavow-tool steht bei mir schon länger bereit, kam aber noch nie zum Einsatz. Deine Erfahrung gibt mir Hoffnung dass wenn es soweit ist, funktionieren würde

  1. jan

    6. Februar 2014 at 20:35

    ich werde das disavow-tool mal gleich ausprobieren. mir ist sowas auch schon passiert.
    kannst du die seite von dir sagen?

    • Jens

      6. Februar 2014 at 21:36

      Sorry Jan, zu der Seite sage ich lieber nichts. Die Nische ist echt zu schick und wird gerad umkämpft genug ?

      • jan

        6. Februar 2014 at 22:24

        schade…..hatte mich nur wegen linkprofi interessiert.

      •  
  1. Dani Schenker

    6. Februar 2014 at 20:41

    Hallo Jens,
    Danke für den positiven Artikel zu dem Thema. Ich hatte leider noch nicht so viel Glück. Ein ganz kleiner Kunde von mir bekam genau 12 Links aus einem ganz billigen Blognetzwerk und die Rankings waren sofort weg. Das war vor 2 Monaten. Ich hab kurz darauf disavowed, bisher noch unverändert

    Und noch betreffend deinem Post bei Facebook: Ich denke, es gab auch früher schon genug Konkurrenten, welche versucht hätten negativ SEO anzuwenden, wenn das denn funktioniert hätte. Jetzt wo es möglich ist die Konkurrenz so abzuschiessen, nutzen das wohl einige… :(

  1. Heinz

    6. Februar 2014 at 21:49

    Hi,

    wie sieht denn deine Grundverlinkung aus?

    mfg

    • Jens

      6. Februar 2014 at 21:50

      Hallo Heinz,
      eine winzig kleine Mischung aus sehr guten Links. Funktioniert bei vielen meiner Seiten.

      • jan

        7. Februar 2014 at 14:51

        kannst du uns da vielleicht einen kleine einblick gewähren?

      •  
  1. PR Wochenrückblick KW6 – Die Highlights der Woche

    7. Februar 2014 at 09:33

    […] Jens Peterssen beschrieb in dieser Woche wie er Opfer einer negativen SEO-Attacke wurde und sich aus dieser wieder befreien konnte. Peterssen hat sich vor einigen Wochen eine Nische ausgesucht und für diese ein Projekt aufgebaut. Nachdem er nach wenigen Tagen im Top 20 Ranking lag bemerkte er das sein Linkprofil mit chinesischen und russischen Links erheblich erweitert wurde. Mithilfe des Disavow Tools gelang es ihm die Links loszuwerden, innerhalb von 2 Wochen. Negativ-SEO taucht immer häufiger auf und kann zudem mit wenig Einsatz erheblichen Schaden anrichten. Wie man sich dem Stellen kann, zeigt der folgende Beitrag: Negative SEO – dank Disavow binnen zwei Wochen wieder da. […]

  1. Max

    7. Februar 2014 at 19:12

    Hallo Jens,

    ich bin überrascht, da es bei dir so schnell ging. Ich habe das auch versucht, bei einem Projekt, wo ich mir das Linkprofil selbst verhunzt habe ? jedoch hat es quasi keine Wirkung gezeigt.

    Vielleicht hast du noch Zeit mir ein paar Fragen zu beantworten:
    – Hast du dann knallhart alle Links (ausser die von dir gebauten) entwertet?
    – Die Domain oder nur den Pfad, wo der Link ist?
    – Welche Datengrundlage hast du genutzt (Google Webmastertools, Majestic….)?

    Ich sag schonmal vielen Dank für Deine Antworten ?

    Viele Grüße
    Max

    • Jens

      7. Februar 2014 at 19:35

      Hi Max,
      ich habe alle Links reingehauen, außer die, die bisher da waren.
      Ich habe lediglich die Domains angegeben, da ich nicht tausend URLs sammeln wollte.
      Das ganze auf Grundlage von Majestic Seo

      Gruß,
      Jen

    •  
  1. Arnt

    8. Februar 2014 at 00:06

    Mit welchen Tool schaust du dein Blacklinkprofil an?

    • Jens

      8. Februar 2014 at 00:15

      Mit Majesticseo und Ahrefs.

    •  
  1. Arnt

    8. Februar 2014 at 21:16

    Ok, danke…
    Und mit welchem ist das auf dem Bild?

    • Jens

      8. Februar 2014 at 21:50

      Das ist Majestic

    •  
  1. JonasB

    10. Februar 2014 at 06:12

    Neid und Missgunst sind ja bekanntlich die höchste Form der Anerkennung.

    Aber schön zu hören, dass das Tool bei dir so schnell geholfen hat. Danke fürs Teilen!

  1. Arnt

    13. Februar 2014 at 10:40

    Ok, super danke…
    Welches Paket hast du bei majesticseo?
    Nutzt du auch Xovi, oder andere Tools parallel?

  1. André

    26. Februar 2014 at 21:58

    Yo,
    Dank dieses Artikels konnte ich das Tool endlich mal richtig nutzen… ?

    Mal sehen, ob es etwas in meinem Fall bringt, ich habe Hoffnung…

    Danke…

  1. Bjo

    5. März 2014 at 12:36

    na da biste ja mit den „wenigen“ Links so halbswegs gut weggekommen. Ich hatte bei der einnen Seite auf einmal 30.000 Links mehr…Ich habe zwar die Hauptkeys noch nicht zurück kehren sehen, aber eine deutliche Steigerung der Besucher vermerken können…

  1. Jannik

    7. März 2014 at 12:03

    Ich bin in den vergangenen Tagen auch Opfer eine Negative-SEO-Attacke geworden, bislang allerdings ohne Rankingverlust. Ich habe präventiv nun alle neuen Links (übrigens alle auf eine Unterseite und mit gleichen Anchor-Text) über das Disavow-Tool entwertet und hoffe, dass ich damit Schaden abwenden kann.

    Hat vielleicht jemand weitere Tipps, was ich ansonsten noch tun könnte?
    Vielen Dank und beste Grüße!

  1. SEO Auslese Februar 2014 | Projecter GmbH

    7. Mai 2014 at 10:44

    […] Peterssen gibt einen kurzen Erfahrungsbericht zu Negativ-SEO und dem Disavow Tool. Fazit: Auch wenn die Meinungen über Sinn und Nutzen des Google Tools in den Blogs auseinander […]

  1. Christian

    16. Juni 2014 at 22:01

    Aktuell ist eine Seite von mir auch von einer Negative SEO Attacke betroffen. Ich habe mir jetzt ein eigenes Tool programmiert, in das werfe ich einfach massenhaft alle gefundenen Backlinks (Webmaster Tools, Ahrefs, Majestic SEO, etc.) rein und kann dann sagen, ob der Link gewünscht ist oder nicht. Macht die Verwaltung super einfach und das Entwerten zu einem Kinderspiel, da nur neu gefundene Links hinzugefügt werden und der Rest automatisiert ist (Disavow List wird z.B. komplett automatisch erstellt). Im nächsten Schritt kommt dann noch eine API-Anbindung an Bing, so dass dann auch das automatisiert ist. Letztendlich macht es für den Spammer auch nur Arbeit und kostet Geld. Derjenige sollte sich lieber auf eigene Projekte konzentrieren und versuchen sie voranzubringen.

    Zudem habe ich mittlerweile IP-Adressen des Spammers herausgefunden, indem ich die Webmaster der Seiten, auf denen er gespammt hat, kontaktiert habe. Nun bin ich bereits mit den Server-Betreibern mit dieser IP in Kontakt und diese wollen sich beim Kunden mit dieser IP erkundigen. Deren Kunde ist der Proxy-Anbieter und mit etwas Glück finde ich bald heraus wer sich hinter der Spam-Attacke verbirgt. Die Server-Anbieter tolerieren das auch nicht und freuen sich über solche Hinweise.

  1. Der kleine Webbie

    11. Februar 2015 at 16:53

    Hey Jens,

    bin gerade zufällig auf den Artikel hier gestoßen. Hatte vorher auf nem anderen Blog schonmal davon gelesen, dass sich ein Blogger „erfolgreich gegen negative SEO gewehrt“ hat.

    Umso besser deine Vorgehensweise und Erfahrungen mal gelesen zu haben. Der Link wird abgespeichert, für den Notfall (dazu kommt es hoffentlich nie)

    Gruß Florian



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