Dank WDF*IDF in 6 Wochen raus aus dem Panda?

Veröffentlicht am 15.07.2013, Beitrag von

 

Die Formel Wdf*Idf ist seit letztem Jahr in aller Munde. Textagenturen, die immernoch nicht erkannt haben, diese Formel mit in ihr Angebot aufzunehmen, dürften in der SEO Szene über starke Umsatzeinbußen klagen. Doch ist die Formel wirklich ein Heilsbringer, oder ist es ein temporärer Hype, mit dem es bald schon wieder aus ist?
Ich habe ein Praxisbeispiel für euch, an Hand dessen ich euch zeige, wie sinnvoll die Formel ist und wie genau man sie umsetzen sollte.

 

Zum Ende letzten Jahres habe ich eine meiner Keyword Domains projektiert. Verkauft wird dort ein technisches Produkt im Bereich um 50€. Die Seite wurde mit den üblichen 300-500 Wörter Texten bestückt, auf den Inhalt habe ich nichts gegeben. Günstig war es.
Mit nur wenigen Backlinks konnte ich die Seite auf Platz 1 bringen. Von nun an gingen jeden Tag 5-10 Bestellungen via Amazon rein. Echt klasse für eine derart billige Seite. Keyworddomain halt ;)
Das ganze ging gut bis in den Mai. Dort fiel die Seite fast täglich um einen Platz nach hinten. Bis sie schließlich um den 20. Mai herum komplett herauskatapultiert wurde. Sowas ist immer ärgerlich. Da denkt man im Nachhinein immer: "Hätte ich mir doch mal mehr Mühe gegeben!".
Dies war übrigens eine der letzten Seiten, die ich mit so wenig Aufwand projektiert hatte. Mittlerweile schwöre ich auf sehr guten Content und versuche, dem Leser soviel Mehrwert wie möglich zu beschaffen.
Gleiches überlegte ich mir nun auch für die abgestürzte Seite.

Aus der Erfahrung heraus reicht es meist bei kleinen Nischenseiten, wenn die Startseite aufwändig erschaffen wird. Man möchte ja für das Domain Keyword ranken, Unterseiten spielen oft keine große Rolle. Hier soll der Leser lediglich die passenden Produkte ansehen können und soll gefälligst bestellen.
Also habe ich mir die Startseite vorgenommen. Folgendes war mir wichtig:

1. Gliederung

Ich habe mir eine Gliederung erstellt, von der ich denke, dass der Leser, der kurz vor der Kaufentscheidung steht, alle seine offenen Fragen beantwortet bekommen wird. Jede dieser Punkte wird ein Abschnitt. Der Text wird dadurch also nicht nur qualitativ, sondern auch optisch aufgewertet.

2. Suchen wichtiger Keys nach Wdf*Idf

Mit Hilfe von onpage.org kann ich zu jedem Keyword eine Wdf Analyse durchführen. Darüberhinaus kann ich eine URL zum Vergleich gegenüberstellen. So sehe ich, wo noch Begriffe fehlen und vor allem was für Begriffe fehlen.

3. Text schreiben lassen

Nun kann man das Briefing für den Texter verfassen. Entweder man beauftragt Textbroker und gibt alles haargenau durch, oder aber man hat bereits gute Agenturen, die sich mit Wdf*Idf auskennen, ausfindig gemacht. Dann fällt das ganze natürlich leichter. Man kann während des Textens Rücksprache halten, Änderungen durchgeben und sich einfach etwas menschlicher austauschen. Eine Agentur wird sicherlich eher ein Gefühl für dein Bedürfnis bekommen als ein Textbroker Texter, der nur dein Briefing kennt.

Was ist nun auf meiner Seite geschehen?

Die Seite war bekanntlich gegen Ende Mai komplett raus aus den Serps. Bzw. sie rankte mal auf Platz 100, mal auf 180. keine Besucher - also komplett wertlos.
Ich ließ also den neuen Startseitentext verfassen, der nun auf ca. 1500 Wörter wuchs und stellte diesen ein. Ganz wichtig hierbei ist auch das richtige "Content Design". Einfach nur einen Text draufklatschen wird nicht zum Ziel führen. Der Text muss gut strukturiert sein. Der Leser muss sich direkt zurechtfinden. Passende Fotos und evtl auch Videos sollten den Text in seiner Wirkung unterstützen.

Nun hieß es - Geduld haben

Ich habe bewusst nichts weiteres verändert. Keine Links, kein weiterer Content.
Es dauerte bis Ende letzter Woche, da fand ich das Hauptkey plötzlich auf Platz 11. Seit heute ist es wieder in den Top 10. mal schauen, ob ich an alte Erfolge anknüpfen kann. Es ist wirklich erstaunlich,dass das so gut funktioniert hat. Ob es nun wirklich eine Panda geschädigte Seite war, kann man natürlich nicht zu hundertprozent sagen.
Aber Fakt ist: baut eure Seiten direkt mit richtig gutem Content und ihr werdet besser ranken.
Google benötigt keine Linktexte mehr, um zu sehen, um welches Thema es sich bei eurer Seite handelt. Gebt Google strukturierten, guten Content und ihr werdet ranken.
Begeistert die Leser mit eurem Content und sie werden es euch mit einer längeren Aufenthaltsdauer sowie geringerer Bounce-Rate danken. Vielleicht sogar mit höherer Conversion.

All das ist dank der Wdf*Idf Formel möglich. Ihr müsst sie nicht perfekt anwenden. Aber nutzt sie, um weitere Ideen für euren Content zu finden und um etwaige Lücken zu schließen. Wdf*Idf steigert die Qualität eurer Texte, und bekanntlicherweise steht Google total da drauf!
Aber ihr wisst: Wdf*Idf ist kein Allheilmittel. Neben Onpage und Onsite Optimierungen sowie Links ist Content aber King - also sollte man es nutzen, im die eigene Seite zu perfektionieren.

Achja, Sorry für den reißerischen Titel. Ob es letzten Endes Panda oder eine Neubewertung der Seite war, kann man nicht zu 100% sagen. Ich hoffe trotzdem, dass der Artikel interessant war ;)


Kommentare

  1. Constantine

    15. Juli 2013 at 08:30

    Hallo Jens,

    ich oute mich einfach mal als Theoriebüffelmuffel  Ich habe die mathematischen Ansätze hinter WDF-IDF nicht wirklich durschaut. Ich möchte nur wissen WIE wende ich diese Formel praktisch an? Gibt es jemanden, der mal Stück für Stück die Anwendung beschrieben hat? Gibt es Tutorials?

    Ansonsten scheint mir, als könne man durch gute Texte/Content mehr denn je punkten. Es kommt auch immer auf die Nische an. Ganz ehrlich dieses allumfängliche „Ihr müsst high quality“ Content liefern will mir nicht so ganz einleuchten. Im Grunde muss man „nur“ besseren Content in Relation zum Content der Nische (des Keywords) liefern. Ist mein Content besser als der, der Konkurrenz zu meinem Keyword ist alles gut. Dafür muss Content oftmals nicht weltbewegend gut sein! (nur eine These, die es zu diskutieren gilt ;))

    • Philipp

      15. Juli 2013 at 09:36

      Ich habe letzte Woche begonnen ein paar Videos aufzunehmen um die Hintergrunde und zukünftig auch noch mögliche Vorgehensweisen bei einer WDF/IDF-Optimierung zu erläutern. Schau einfach mal im Channel bei YouTube (https://www.youtube.com/user/SEOlyze) vorbei, da findest du schon die ersten Videos mit den Basics. Usecases etc. werden in der nächsten Zeit folgen.

    •  
  1. Michael

    15. Juli 2013 at 08:37

    Hallo Constantine,

    für die Anwendung von WDF*IDF gibt es zahlreiche Artikel im Netz. Eine Schritt für Schritt Anleitung gibt es allerdings nicht. Geht auch kaum, denn der Ansatz ist ja Keyword bezogen. Man muss sich also schon „reinarbeiten“.

    Deine Theorie, dass Content nur besser sein muss als der des Besserplatzierten ist natürlich richtig. Aber nachhaltig ist sie eben nicht. Natürlich kann man so arbeiten wie du es beschreibst. Aber dann muss ich jeden Artikel und jede Seite genau im Auge behalten und sofort nachbessern, wenn sich das Ranking verschiebt.

    Da ist es nachhaltiger, wenn du von Anfang an eine Top Seite produzierst, die ihr Ranking einfach länger halten kann und wo du nicht alle zwei Wochen dran muss.

    Ist zumindest meine Theorie

  1. Marco

    15. Juli 2013 at 08:51

    Erst Keyworddichte, nun WDF*IDF und zukünftig wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Hier wird wie so oft bei SEO Korrelation mit Kausalität verwechselt.
    Du hast schlechten durch sehr guten ausführlichen Content ersetzt. Wer sagt Dir denn, dass Du nicht auch ohne WDF*IDF Optimierung nun wieder ranken würdest, vielleicht sogar noch besser?
    Man sollte nicht jedem Hype irgendwelcher SEO Gurus blind hinterherrennen sondern ab und an auch mal selber denken.

    • Jens

      15. Juli 2013 at 09:00

      Marco, lies doch meinen Text. Ich habe mich nur anhand der Wdf Formel orientiert – sie nicht zu 100% angewandt. Sie liefert mir wichtige Keywords, an die ich so vielleicht nicht gedacht hätte. Selbst denken ist klar, habe ich in Schritt 1 getan. In Schritt zwei bediene ich aber ein richtig gutes Tool, das mich im denken unterstützt. Gibt es da was gegen zu sagen? Dafür sind Tools da.

    •  
  1. Jonas

    15. Juli 2013 at 08:58

    @Constantin

    Vergiss mal Formeln und Tutorials. Die besten Texte schreibst du, wenn du einfach nur schreibst, ohne über WDF*IDF und Keyworddichten nachzudenken. Jeder gute Roman, den du im Buchhandel findest, würde auch als WDF*IDF optimierter Text durchgehen…

    • Jens

      15. Juli 2013 at 09:11

      Korrekt. Nur wird dieser Roman eventuell der einzige seiner Nische in der Bestsellerliste sein.

    •  
  1. Andreas

    15. Juli 2013 at 12:32

    Hallo Jens,
    WDF*IDF Optimierung ist doch eigentlich nur das Herausfinden und Optimieren eines Textes auf bestimmte Keywords sodass am Ende ungefähr die gleichen Keywords in der selben Dichte wie der Durchschnitt der Konkurrenz-Texte benutzt werden oder??

    • Jens

      15. Juli 2013 at 14:43

      So in etwa.
      Viel exakter würde ich es nicht betrachten. Wichtig ist, dass der Text leserlich bleibt. Da kann auch schonmal das Keyword „X“ einmal weniger vorkommen, wenn er der Lesbarkeit dient. Mit Hilfe des Tools findet man halt weitere Proof Keys, die man sonst nie auf dem Schirm gehabt hätte. Das ist das besonders gute daran.

    •  
  1. rene

    15. Juli 2013 at 13:42

    Hallo Jens,

    danke für den (mal wieder) coolen Artikel.

    Ich gehe bei der Erstellung von Content für meine Kundenprojekte etwas anders vor. Ich lasse grundsätzlich Texte schreiben, die sich sehr gut mit der entsprechenden Thematik befassen. Das heißt, mir ist es sehr wichtig, absolut hochwertigen und natürlichen Content zu erstellen. So briefe ich meine Kunden und lasse sie die Inhalte wirklich selbst erstellen. Keiner kennt deren Produkte bzw. Leistungen besser, als sie selbst.

    Anschließend schnappe ich mir die erhaltenen Texte und überprüfe sie nach WDF-IDF-Kriterien auf weiteres Optimierungspotenzial.

    Meistens sind die Texte dann bereits sehr gut, weil natürlich  , so dass da im Allgemeinen nur noch ein paar Keywords aus der Keywordwolke ergänzt werden müssen.

    Karl Kratz meinte in seinen Ausführungen letztlich auch, dass man einfach guten und nützlichen Content in den Vordergrund stellen soll. Das WDF-IDF Verfahren unterstützt dabei in der Summe lediglich.

    Naja… ich habe mit der Einbeziehung des WDF-IDF Verfahrens sehr gute Erfahrungen bei der Optimierung/ Erstellung von Content gemacht. Bei meinen Kunden wird die Möglichkeit, selbst hochwertige Inhalte zu erstellen, auch sehr gern in Anspruch genommen.

    Was die Nutzung von Textprovidern angeht, so briefe ich grundsätzlich so, dass ich einen Text erhalte, der wirklich in die Thematik eintaucht und einen echten Mehrwert bietet. Ohne Keyword-Vorgaben. Je nach Thema und Autor klappt das sehr gut, manchmal gehts jedoch auch ordentlich daneben, weil sich die Autoren von Textprovider Plattformen eben nicht so detailliert in die Themen einarbeiten können. Darum nutze ich solche Plattformen auch nur srecht selten, sondern schreibe im Zweifelsfalle lieber komplett selbst. Was natürlich entsprechend dauert.

    • Jens

      15. Juli 2013 at 14:45

      Diese herangehensweise ist sehr gut. Daher mache ich mir ja auch vorher Gedanken, wie der Text strukturiert werden sollte. Abschnitte werden im Vorfeld festgelegt. Erst dann folgt die WDF Analyse, um zu sehen, was man noch vergessen hat.

    •  
  1. Michael

    15. Juli 2013 at 14:40

    Gibts eigentlich auch schon kostenlose wdf-idf Tools?

    • Jens

      15. Juli 2013 at 14:43

      Nö.

      • Rainer

        5. Dezember 2013 at 15:14

        Doch Jens, faktisch schon.

        Du hast zwar insoweit Recht, dass es aktuell kein Tool gibt, welches Dir den Zahlenfriedhof mit Termgewichtung etc. kostenlos ausspuckt. Aber soviel brauchst Du gar nicht.

        Denn die Suche nach verwandten Wörtern bei Semager reicht vollkommen aus. Beispiel -> Texte:
        http://www.semager.de/keywords/?q=texte&lang=de

        Wenn Du Dir hier die ein- und ausgehenden Wortbeziehungen ansiehst und etliche davon in einem längeren thematisch guten Text verwendest, dürftest Du fast automatisch einen guten WDF+IDF Score erreicht haben.

      •  
  1. Timo

    24. Juli 2013 at 14:44

    Toller Erfahrungsbericht, deckt sich genau mit meinen Beobachtungen. Mehr Content, weniger Links

  1. Florian

    20. Februar 2014 at 20:14

    Wir haben ein kostenloses WDF*IDF Tool zur Verfügung gestellt. Würden uns freuen, wenn sich paar Leser dieses mal ansehen und uns Feedback geben, damit wir es noch weiter entwickeln und verbessern können. Es ist keine Anmeldung oder Registrierung notwendig!



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