Geld verdienen mit Domains

Veröffentlicht am 19.03.2013, Beitrag von

 

In der Reihe "Geld verdienen im Internet" stelle ich euch heute eine Sache vor die a) enorm viel Sachverstand und Kontrolle benötigt und b) nicht in allen Kreisen hoch angesehen ist - leider zu Unrecht. Es geht um das Geldverdienen durch den Verkauf von Domains.

 

Ende der 90ern kamen schon einige der heutigen "Domainer" auf die Idee, gute Namen zu reservieren. Das Internet war im Aufbruch, die IT Aktien stiegen in die Höhe, immer mehr Firmen drangen in den neuen Markt vor.
So erkannten manche Leute schon früh den Wert einer generischen Domain. Eine Dienstleistung.de gab es nur einmal, aber immer mehr Firmen wollten ihre Dienstleistung auch im Web anbieten. Also konnte die Nachfrage nur steigen. So entwickelte sich der Domainmarkt über all die Jahre sehr konstant. Neue Endungen kamen auf den Markt, Umlaute konnten in den Browser eingegeben werden usw. Der Domainhandel wurde immer stärker, und während in den USA schon Millionenbeträge für Top Domains ausgegeben wurden, so brauchte sich auch Deutschland dank Verkäufe wie Kredit.de (892.500 €), Poker.de (695.000 €) oder Casino.de (400.000 €) nicht verstecken.

 

Meine ersten Schritte im Domainhandel

Ich habe mich im Jahre 2007 nach langer Nebenselbständigkeit voll selbständig gemacht. Ich hatte immer Websites, die Geld abgeworfen hatten. Außerdem erstellte ich Projekte für Kunden. Durch Zufall rutschte ich ins Domaingeschäft. Ich verkaufte eine Domain, stieß auf meinen schon im Jahre 2001 angelegten, aber bis dato in Vergessenheit geratenen Sedo Account und studierte Verkaufspreise und andere Dinge. Dank eines eingefleischten Domainers (Hey Oppa ;)) faszinierte mich mehr und mehr das snappen von .de Domains. Hier wurden eine Menge Domains frei, weil die Vorbesitzer vom Wert dieser Domains keine Ahnung hatten. Um solche Domains zu snappen, musste man allerdings immer schneller sein. Mit schnell meine ich wenige Sekunden. Heutzutage sogar Millisekunden. Ich hatte also den großen Vorteil, dass ich nicht freie Domains spekulativ registrieren musste, wie es viele Anfänger in diesem Business machen müssen. Hier werden oftmals hunderte bis tausende von Euros investiert - für Domains, die sich ganz sicher nie verkaufen lassen. Viele lassen sich von Brands blenden und kreieren Fantasienamen und meinen, den grossen Wurf gelandet zu haben. Ich beschränkte mich auf generische Domains. Mit Erfolg. Bis heute konnte ich über 1000 gesnappte Domains erfolgreich verkaufen. Darüberhinaus habe ich mein Geld immer wieder reinvestiert und sehr gute Domains hinzugekauft. So besaß ich in der Vergangenheit Domains wie Computerspiele.com, Wirtschaft.com oder Schmuck.org. Für jede dieser Domains habe ich viel Geld bezahlt, aber es hat sich immer gelohnt.

[information_box title="Hier ein paar meiner Domainverkäufe (oft werden Verkäufe nicht nach außen kommuniziert, daher darf ich hier nur öffentliche Verkäufe aufführen):" ]

  • Kinderwagen.org - 13090 €
  • Internethandel.de - 5000 € (frei gesnappt)
  • Printmedien.de - 5000 € (frei gesnappt)
  • Gratispoker.de - 2850 € (frei gesnappt)
  • Kalifornien.net - 2000 €
  • Drogenaufklärung.de - 1750 € (frei gesnappt)
  • Frikandel.de - 600 € (frei gesnappt, einer meiner ersten Verkäufe damals)
  • Eisenbahnshop.de - 850 €
  • Megaload.de - 716 €
  • Hundetrainer.net - 820 €

[/information_box]

Den Großteil meiner .de Domains habe im dreistelligen Bereich verkauft.

Ein kleiner Nachtrag, da das wohl nicht rübergekommen ist: da Snappen von .de Domains lohnt sich nicht mehr sonderlich. Früher konnte ich die ganz großen Domains unter wenig Konkurrenz bekommen, das ist heute nicht mehr möglich. Du benötigst sehr viele Resourcen und eigentlich führt kein weg an einen Denic Account vorbei. Meine Scripte lasse ich hier und da nochmal laufen, aber die Qualität ist bescheiden. Eine der besseren der letzten zeit war brillekaufen.de, die wäre früher unter den richtig guten Snaps untergegangen.
Nachtrag Ende.

Man sieht schon , dass gerade im .de Bereich gute Preise mit nur durchschnittlichen Domains erzielt werden können. Im com net org Bereich müssen die Domains schon sehr beschreibend sein und ein dementsprechendes Suchvolumen aufweisen können.

 

Kann man mit dem Verkauf von Domains immernoch Geld verdienen?

Auf jeden Fall. Die Konkurrenz ist mit grösser geworden. Daher würde ich zu einer anderen Strategie raten, als ich sie damals hatte:

 

Nimm etwas Geld in die Hand!

Freie Domains zu finden, um sie mit Gewinn zu verkaufen, ist heutzutage nahezu aussichtslos. Aus diesem Grunde sollte man lieber Domains kaufen oder "backordern".
Bei Domainbörsen wie zum Beispiel Sedo findest du eine Vielzahl an sehr guten Domains. Oft auch zu guten Preisen. Hier heisst es Augen aufhalten und den Markt beobachten. Oft kannst du ein Schnäppchen bei Domainauktionen machen oder eine günstige Domain zum Festpreis kaufen. Natürlich laufen dir auch immer mal wieder Personen über den weg, die horrende Preisvorstellungen haben. Ignoriere die einfach :)

Das Backordern ist auch eine gute Sache, gerade im com net org Bereich. Hier ist öffentlich, welche Domains wann gelöscht werden. Somit gibt es einige Anbieter, die sehr gute Listen mit den besten freiwerdenden Domains herausgeben. Aber solche Domains wirst du nicht einfach so registrieren können. Die meisten Registrare haben Verträge mit sogenannten Backorder-Diensten. Die gelöschte Domain landet automatisch bei einem dieser Anbieter und wird anschließend unter den Interessenten versteigert. Dennoch kannst sehr oft ein Schnäppchen machen. Ich konnte schon viele Domains für 70-300 USD ersteigern und für weit höhere Beträge verkaufen.
Gute Backorderdienste sind Namejet.com sowie Snapnames.com. Anbieter wie Pool.com haben stark nachgelassen. Eine Seite mit sehr guten Domainlisten ist übrigens peew.de - unbedingt bookmarken!

 

Glaube nicht alles, was man die erzählt

Im Domainhandel gibt es viele Mythen. So ist es schon des Öfteren vorgekommen, dass Verkaufspreise unter exotischen Domains künstlich in die Höhe getrieben wurden. Das kurbelte den Markt an und viele Domain-Anfänger dachten, sie werden mal eben schnell reich. Daher beschränke dich auf die alt eingesessenen TLDs. Die Verkaufschancen sind immens höher.

 

Vergiss Domainparking

Gerade mit deutschen Keyworddomains unter com net org wirst du kaum über sogenannten Typein Traffic verfügen. Domainparking bringt hier also nichts. Setze lieber eine kleine Minisite auf, platziere einen Link zu einer Verkaufsseite und schon wirst du deine Verkaufschancen erhöhen. Ein rankendes Projekt wird auch den Wert deiner Domain erhöhen.

 

Die Seriösität des Domainhandels

Zu guter Letzt möchte ich noch einmal auf den allgemeinen Ruf eines Domainers in der Öffentlichkeit eingehen. Oftmals wird Domainern unterstellt, sie seien lediglich böse Grabber. Aber das stimmt nicht. Unter Grabbern versteht man Leute, die sich bewusst geschützte Begriffe registrieren, um Typeins abzugreifen und diese in Geld umzuwandeln. Das ist äußerst lukrativ. Überlegt nur einmal, wie viele Leute sich vertippen, wenn sie Zalando.de
oder Amazon.de aufrufen. Diese Vertipper bringen richtig Geld. Aber es ist illegal, geschützte Namen oder Vertipper dieser zu registrieren. Diese Art von Leuten rückt den Domainmarkt in ein schlechtes Licht. Vergleichbar ist das mit SEO Agenturen, die horrende Preise nehmen, letztendlich aber nichts liefern. Auch diese Leute sorgen für einen schlechten Ruf in der SEO Szene.

Das Besitzen und Handeln generischer Domains aber ist doch eigentlich ein Handel wie jeder andere auch. Man vermittelt virtuelle Grundstücke. Man hat gute Grundstücke erkannt und sich diese gesichert, als sie noch erschwinglich waren. Da ist nichts verwerfliches dran.

 

Fazit

Wie ihr seht, ist auch heute noch ein Einstieg in den Domainhandel möglich. Aber der Aufwand, um gute Domains für wenig Geld zu finden, ist enorm hoch. Das sollte man auf jeden Fall bedenken. Außerdem braucht es ein gutes Gespür für lukrative Domains. Manche besitzen das einfach, manche müssen sich dies hart erarbeiten.


Kommentare

  1. Markus

    19. März 2013 at 10:55

    Toller Artikel. Was ich immer wieder feststelle, sind die Mondpreise, die Domainer für ihre Domains aufrufen, das sieht in deinem Beispiel (gelbe Box) ja ganz anders aus. Ich habe schon EMDs angeboten bekommen (als .de) mit einem exakten Suchvolumen von bis 5.000/Monat und die Preise lagen dort deutlich im xx.xxx Bereich.

    • Jens

      19. März 2013 at 11:10

      Naja, gerad im .de Bereich haben solche Domains aber oftmals ihren Wert.
      Ich habe bereits Domains mit weniger Suchvolumen für 5stellige Beträge verkauft. Suchvolumen ist nicht alles.

      Und Mondpreise nehmen sicherlich nicht alle Domainer. Manche können es sich allerdings erlauben, weil sie ihre Domains gar nicht verkaufen müssen. Da geht der Preis oftmals hoch. Und oftmals findet sich selbst dann ein Käufer.

    •  
  1. macbet

    19. März 2013 at 11:40

    Verstehe ich nicht, du schreibst von deinen erfolgen durch das snappen von .de Domains und empfiehlst aber nur Backorderdienste wie Namejet.com, Snapnames.com und Pool.com ??

    Sorry, aber solch einen nichtssagenden Artikel solltest du dir sparen, das ist weder Fisch noch Fleisch, jedenfalls für mich.

    • Jens

      19. März 2013 at 11:50

      Snappen ist heutzutage nicht mehr so wie damals zu meinen Anfängen möglich. Die Konkurrenz ist zu groß, im .de Bereich wirst du kaum mithalten können. Der Aufwand ist eindeutig zu hoch.
      Sorry, wenn das nicht rübergekommen ist.

    •  
  1. SEO LEO

    19. März 2013 at 11:53

    Hallo Jens,

    wie schon öfter ein sehr schöner Artikel.

    Für mich selber gilt jedenfalls: Eine (Expired) Domain ist immer so viel wert, wie jemand bereit ist dafür auszugeben, was wiederum davon abhängt, welches Potential sie bietet.

    Was wiederum Bedeutet das wenn Dein Preis nicht angenommen wird durch Dein Potentielle Kunde könntest du warten bis der Kunde kommt der das Thema mehr Interessiert und daher bereit ist mehr auszugeben.

    Keep on the Good Work Jens!

    • Jens

      19. März 2013 at 11:57

      Genau so ist es Leo.
      Da fällt mir ein, auf expireds bin ich gar nicht eingegangen. Vielleicht solltest du das hier auf projektieren.de mal machen ?

    •  
  1. Hans-Jörg

    19. März 2013 at 17:45

    danke Jens, wenigetsens einer der es mal sehr gut erklärt hat. Ich habe es auch mal versucht, aber die Profis vor mir waren immer schneller. Also hab ich es gleich sein lassen. Aber ehrlich machmal krppelt es in den Fingern….

  1. René Schmitz

    19. März 2013 at 23:03

    Jens, ganz großes Lob und Respekt, in welch kurzen Intervallen Du hier neue, tolle Artikel veröffentlichst! Daumen hoch und unbedingt weiter so!

    Grüße
    René

  1. Alexander

    29. März 2013 at 15:14

    Hallo Jens,

    ich habe mir letztens auch eine Domain geholt, sie heißt „knall.es“. Was meinst du, kann man die gut verkaufen?

    Grüße,
    Alexander

    • Jens

      30. März 2013 at 00:15

      Hi Alexander,

      Frag dich doch einmal selbst: was kann man kommerzielles mit dieser Domain anstellen. Und würde sie dir jemand anbieten: was wärst du bereit, zu zahlen?

      Deine Domain ist ein Wortspiel, leider nicht kommerziell in meinen Augen. Und betrachtet man mal nicht das Wortspiel, so hat man hier ein deutsches Keyword unter einer spanischen tld.

      Nein, das war nix, Sorry.

    •  
  1. Julian

    16. April 2013 at 12:33

    Hi,

    super Artikel! Eine Frage brennt mir jedoch bereits seit längerem auf der Zunge und bisher konnte ich keine eindeutige Antwort finden: gibt es eine Möglichkeit, Domains dauerhaft zu kaufen? Damit meine ich eben nicht, dass ich monatlich/jährlich einen gewissen Betrag an die Provider zahle. Stattdessen möchte ich die Domains richtig erwerben, da es dann keine fortlaufenden Kosten mehr gibt und ich außerdem auch der „wirkliche“ Eigentümer dieser Domain bin, und sie nicht nur „miete“.

    • Jens

      16. April 2013 at 17:07

      Hallo Julian,
      Nein das gibt es nicht. Du erwirbst lediglich das Nutzungsrecht an der Domain. Dieses verkaufst du schließlich auch, wenn du eine Domain verkaufst.

      Gruß
      Jens

    •  
  1. Peter Demel

    17. April 2013 at 12:01

    Hallo Jens,

    ein sehr schöner Artikel.
    Was mir gefällt, Du bist einfach ehrlich.
    Mir gefällt vor allem Deine Aussage, dass man viel, viel Geduld braucht.

    Es ist ja so wie im wirklichen Leben!

  1. Norbert

    26. April 2013 at 11:16

    Hallo,
    darf man einen Domainer fragen, wo er seine Domains registriert?

    Vielen Dank
    Norbert

    • Jens

      26. April 2013 at 11:32

      Bei InternetX und Do.de

    •  
  1. Norbert

    26. April 2013 at 14:59

    Das war ein richtig guter Tipp, vielen lieben Dank, Die erste Domain ist schon registriert.

  1. flori

    1. Januar 2014 at 15:55

    Dickes Danke an den Autor.
    Wieder ein weiterer schöner Einblick, wie man heutzutage Einkommen generieren kann.
    Zugegeben wird einem als Leihe schon fast schlecht, wenn man zum ersten Mal die Preise sieht die für Domains gehandelt werden.
    Lg

  1. webworker247

    4. Juni 2014 at 21:59

    Wirklich sehr schöner und informativer Artikel. Besten Dank dafür.  Allerdings denke ich schon, dass es sich immer noch lohnen könnte, neue Domains zu registrieren anstatt diese zu kaufen. Vorallem wenn man bedenkt, dass sich der Sprachgebrauch im Laufe der Zeit ändert und „neue“ Begriffe Einzug halten, die es früher so vielleicht nicht gegeben hätte. Die Sprachen deutsch und englisch scheinen sich immer mehr zu vermischen und eine kombination aus beiden wäre doch ein erster Ansatz, um daraus neue Adressen zu generieren oder nicht?

    Zum Beispiel:

    cyclebrillen.de – Brillen für Radler und Mountainbiker (Domain frei)

    Grüsse

  1. Webbytrade

    19. Juni 2014 at 22:01

    Schöner Artikel!

    Auf welchen Wegen verkaufst Du Deine Domains, rein über Handelsplattformen, oder nimmst Du direkten Kontakt mit fremden möglichen Interessenten auf?

    Auf welchen Handelplattformen verkaufst Du die Domains, auf den o.g. bei denen Du auch einkaufst?

    • Jens

      19. Juni 2014 at 22:04

      Derzeit verkaufe ich ein paar Domains via Facebook Gruppen. Und über Leute, die sich bez. Domains bei mir melden. Davor, als ich noch einige mehr Domains hatte, hatte ich einen eigenen Domainshop mit Domains zu Festpreisen. Auf jeder Domain war auch ein Verkaufshinweis und der Festpreis. Das funktionierte sehr, sehr gut.
      Handelsplattformen wie Sedo funktionieren kaum derzeit.

    •  
  1. daniel

    22. Juli 2014 at 11:59

    Hallo,ich habe da nochmal ne Frage.
    Wie kann es sein das Marken grabber Wörter das alltäglichen Gebrauchs wie Zb.car als Marke eintragen und somit schützen lassen können?

    Mfg


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